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Diagnose

Schädlinge und Krankheiten erkennen

Wurzelfäule, Wolllaus, Spinnmilbe, Schildlaus und Wurzelläuse — Diagnose am Symptom und was dagegen wirklich hilft.

Die meisten Verluste in Kakteensammlungen gehen nicht auf Schädlinge zurück, sondern auf Pflegefehler — allen voran Fäulnis. Wer die Symptome auseinanderhalten kann, verliert deutlich weniger Pflanzen.

Schnelldiagnose

Symptom Ursache
Weich, braun, von unten aufsteigend Wurzel-/Stammfäule
Weiße Wollknäuel in Scheitel und Areolen Wolllaus
Feine Gespinste, bronzefarbene Flecken Spinnmilbe
Braune, feste Schildchen am Korpus Schildlaus
Wachstumsstopp, weiße Pünktchen an Wurzeln Wurzellaus
Verkorkte, raue Flecken an der Basis Alterskorrosion (harmlos)
Trockene, eingesunkene helle Flecken Sonnenbrand
Langer, dünner, blasser Trieb Lichtmangel (Vergeilen)
Rissige Platzstellen quer zur Rippe Zu schnelle Wassergabe

Wurzel- und Stammfäule

Die häufigste Todesursache. Ausgelöst durch Staunässe, zu kühles Gießwasser, Wassergaben in der Ruhephase oder Gießen auf frische Wurzelverletzungen.

Zu erkennen an einer von der Basis aufsteigenden Verfärbung: erst glasig, dann braun, schließlich schwarz und matschig mit säuerlichem Geruch.

Vorgehen:

  1. Pflanze austopfen, Substrat vollständig entfernen.
  2. Mit sauberem, desinfiziertem Messer von unten her schneiden, bis die Schnittfläche vollständig hell und fest ist. Jede verfärbte Faser muss weg — ein einziger brauner Strang reicht, um die Fäule fortzusetzen.
  3. Schnittfläche anschrägen, damit sich kein Wasser sammelt.
  4. Trocken abheilen lassen: eine bis drei Wochen luftig, hell, ohne Substrat. Die Fläche muss verkorken.
  5. Auf trockenes, mineralisches Substrat aufsetzen, nicht eingraben, nicht gießen.
  6. Erst nach Bildung erster Wurzeln (4–8 Wochen) vorsichtig anfeuchten.

Ist der Vegetationspunkt im Scheitel schon betroffen, ist die Pflanze verloren. Rette dann Seitentriebe als Stecklinge.

Wollläuse

Weiße, watteartige Gebilde, bevorzugt im Scheitel, in Areolen und in Rippenfurchen. Darunter sitzen die rosafarbenen Tiere.

Behandlung:

  • Einzelne Nester mechanisch mit Pinsel und Alkohol (70 %) entfernen.
  • Bei stärkerem Befall systemisch behandeln; Wirkstoffe mit Acetamiprid wirken über die Pflanze und erreichen auch verborgene Tiere.
  • Immer die Wurzeln mitprüfen — Wollläuse sitzen oft gleichzeitig am Wurzelhals.
  • Nachbarpflanzen separieren; die Larven wandern.

Hartnäckig: Nach drei Wochen kontrollieren und die Behandlung wiederholen, um die nachgeschlüpfte Generation zu erfassen.

Spinnmilben

Winzig, mit der Lupe als beweglicher Punkt erkennbar. Typisch sind feine Gespinste zwischen den Dornen und eine bronzefarbene, matte Verfärbung der Epidermis, die bleibend ist.

Begünstigt durch warme, trockene Luft — klassisch im Winterquartier über der Heizung.

Behandlung: Luftfeuchte erhöhen, Pflanze abduschen (nicht bei kühler Überwinterung), bei Befall Akarizid einsetzen. Wichtig: Mittel wechseln, weil Spinnmilben rasch resistent werden.

Schildläuse

Feste, braune Schildchen von 2–4 mm, die sich kaum abstreifen lassen. Unter dem Schild sitzt das Tier geschützt — Kontaktmittel erreichen es nicht.

Behandlung: Schilde mechanisch abheben, dann systemisch behandeln. Kontrolle nach vier Wochen.

Wurzelläuse

Die übersehene Plage. Oberirdisch zeigt sich nur Wachstumsstopp und Blühunwilligkeit. Erst beim Austopfen sieht man weißliche, mehlige Belege an den Wurzeln.

Behandlung: Substrat komplett entfernen, Wurzelballen in lauwarmem Wasser auswaschen, abtrocknen, in frisches Substrat setzen. Topf heiß ausspülen oder entsorgen.

Grundsätzlich: Beim Umtopfen immer kurz die Wurzeln anschauen. Das ist die einzige Gelegenheit, Wurzelläuse früh zu entdecken.

Was keine Krankheit ist

Verkorkung an der Basis: Bei älteren Pflanzen normal. Trocken, hart, hellbraun, von unten aufsteigend — und ohne jede Weichheit. Keine Behandlung.

Kalkränder: Weiße Ablagerungen vom Gießwasser. Kosmetisch, mit verdünntem Essig abwischbar.

Rötliche oder bläuliche Färbung: Stressfärbung durch viel Licht oder Kälte. Bei vielen Arten erwünscht und sortentypisch.

Vorbeugung

  • Neuzugänge vier Wochen separat halten.
  • Beim Umtopfen Wurzeln kontrollieren.
  • Gießwasser nicht kälter als die Umgebungsluft.
  • Im Winter trocken und luftig halten.
  • Werkzeug zwischen Pflanzen desinfizieren, besonders nach Schnitten an faulen Stellen.

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