Sukkulenten pflegen — und was sie von Kakteen unterscheidet
Jeder Kaktus ist eine Sukkulente, aber nicht jede Sukkulente ein Kaktus. Was der Unterschied für die Pflege bedeutet.
„Kaktus oder Sukkulente?” ist keine Frage des Aussehens, sondern der Verwandtschaft — und sie hat sehr praktische Folgen für die Pflege.
Der eine Unterschied, auf den es ankommt
Sukkulent ist eine Eigenschaft: Die Pflanze speichert Wasser in Blättern, Sprossen oder Wurzeln. Das haben über 12.000 Arten aus mehr als 60 Pflanzenfamilien unabhängig voneinander entwickelt.
Kaktus ist eine Familie: die Cactaceae, rund 1.800 Arten, fast alle aus Amerika.
Das Erkennungsmerkmal ist die Areole — ein kleines filziges Polster, aus dem Dornen, Haare, Seitentriebe und Blüten entspringen. Nur Kakteen haben sie. Wer also prüfen will, ob eine stachelige Pflanze ein Kaktus ist, sucht nicht nach Dornen, sondern nach dem Polster, auf dem sie sitzen.
| Kakteen | Andere Sukkulenten | |
|---|---|---|
| Areolen | ja | nein |
| Blätter | meist zu Dornen reduziert | oft vorhanden und fleischig |
| Milchsaft | nein | bei Euphorbien ja |
| Herkunft | fast nur Amerika | weltweit |
| Winterruhe | fast immer trocken und kühl | je nach Art sehr verschieden |
Was das für die Pflege bedeutet
Der verbreitete Rat „Sukkulenten pflegt man wie Kakteen” stimmt nur halb. Drei Punkte unterscheiden sich regelmäßig:
Mehr Wasser in der Wachstumszeit. Blattsukkulenten wie Echeveria oder Crassula verdunsten über ihre Blattfläche deutlich mehr als ein Kugelkaktus. Im Sommer vertragen sie häufigere Gaben — immer nach dem Prinzip durchdringend gießen, dann abtrocknen lassen.
Andere Winterruhe. Nicht alle Sukkulenten ruhen im Winter. Aeonium, Lithops und viele Mesembs wachsen genau dann, wenn Kakteen schlafen, und ruhen im Hochsommer. Wer sie im Winter trocken stellt, bringt sie um.
Weniger Sonne bei dünnblättrigen Arten. Haworthia, Gasteria und viele Sansevierien stehen in der Natur im Schatten größerer Pflanzen. Volle Südsonne verbrennt sie.
Die vier häufigsten Sukkulenten im Handel
Echeveria — Rosetten in Grau, Rosa und Violett. Viel Licht, sonst verliert sie die Form und zieht sich in die Länge. Nie über die Rosette gießen, das Wasser bleibt in der Mitte stehen und lässt sie faulen.
Crassula (Geldbaum) — sehr robust, verträgt Vernachlässigung besser als Fürsorge. Im Winter hell und bei 10 bis 15 °C fast trocken.
Haworthia — die anspruchsloseste Gruppe für dunklere Standorte. Ost- oder Westfenster, im Sommer regelmäßig gießen.
Aloe — Achtung bei Haustieren, die meisten Arten sind für Katzen und Hunde giftig.
Substrat
Dasselbe mineralische Gemisch wie für Kakteen funktioniert auch hier. Einzig blattreiche Arten vertragen einen etwas höheren organischen Anteil — bis zu einem Drittel statt einem Viertel. Die Mischungen stehen unter Welche Erde für Kakteen.
Die Artenliste
Eine Übersicht der Gattungen findest du unter Sukkulentenarten A–Z — 94 Gattungen mit Kurzprofil, daneben die Kakteenarten.
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